Archive for August 31st, 2007

Land in Sicht!

Freitag, August 31st, 2007

Heute morgen gegen 3 Uhr wurde ich durch das Handy meines Kojennachbarns geweckt. Es klingelte erstmal eine Weite bis er wach wurde und dran ging. Ich stand natürlich senkrecht im Bett und war hellwach. Also zog ich mir etwas an und ging hinaus an Deck. Zu meiner Freude sah ich die Insel Gran Canaria bereits in der Ferne und ging nochmal zurück um meine Kamera aus der Kabine zu holen.

Die Lichter wurden irgendwann immer größer und ich konnte es kaum erwarten wieder Land unter den Füßen zu haben. Während ich Bilder knippste wie ein Japanischer Tourist auf dem Oktoberfest, wurde es nun langsam Zeit meine Sachen zu packen und so langsam aber sicher das Auto zu beladen. Ich brauchte ein paar Minuten um das Auto wieder zu finden und konnte dann recht fix das Schiff verlassen.

Aus dem Hafen hinaus kam erstmal einer der 500 Mrd. Kreisverkehre, die es in ganz Spanien überall gibt, selbst wenn sie noch so sinnlos scheinen. Da meine Benzinleuchte bereits kurz vor Cádiz anfing zu leuchten, beschloss ich erstmal eine Tankstelle anzufahren, welche allerdings zu meinem Schrecken zu hatte. Also erstmal mit 60-70km/h auf die Autobahn. Alles was ich jetzt nicht brauchen konnte, wäre ein leerer Tank gewesen. Das wollte ich mir ersparen. Nach einigen Kilometern kam dann schließlich eine Tankstelle und ich konnte volltanken. Wieviel ich dafür bezahlt habe könnt Ihr auf den Bildern in der Galerie sehen. Ihr glaubt es sonst nicht *grins*. Also fuhr ich weiter bis zur Ausfahrt El Tablero und rief Silvio an, damit er mich abholen konnte. Man traf sich recht schnell und er führte mich in unser neues zu Hause hinein. Internet steht bereits, nur mit Wlan habe ich irgendwie noch meine Probleme. Liegt aber vermutlich an mir, ich kann zwar ganz gut mit dem Internet arbeiten, aber es nicht so richtig einrichten *g*.

Die Wohnung gefällt mir bisher ganz gut und so langsam stelle ich fest, daß es hell geworden ist. Ich werde gleich mal nach draussen schauen und die erste Aussicht auf mich wirken lassen. Wenn ich mich nicht blamiere, schalte ich auch dann die Webcam ein *g*.

..ok, Cam läuft. Man sieht den Atlantik allerdings nicht von unserer Wohnung aus. Nur Berge und das Aqualand (eine Art Freizeitpark). Ich werde jetzt mal nach Maspalomas fahren und etwas Frühstücken. Silvio sagte man könne dies um diese Zeit schon.

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Es geht dem Ende entgegen

Freitag, August 31st, 2007

Der letzte Tag auf der Fähre neigt sich nun dem Ende zu. Es ist jetzt 21:45 kanarischer Zeit und ich habe mich aufs Bett gelegt. Das Essen heute war okay. Es gab panierten Fisch mit Pommes und einen Salat dazu. Mein Navigationssystem sagt mir, daß wir etwa 50km nördlich von Lanzarote sind. Mein Kojennachbar sagte, er hätte gehört, daß das Schiff gegen 3-4 Uhr morgens anlegen sollte. enn dem so ist, stimmen die 36 Stunden Fahrzeit nicht. 20 Uhr kanarischer Zeit haben wir abgelegt und ankommen würden wir dann 31-32 Stunden später. Früher war man mit der Fähre noch 3 Tage unterwegs, sagte mein Kojennachbar, mit dem ich heute mehrfach auf Deck gesprochen habe. Er ist wirklich sehr nett, Musiklehrer, arbeitet ausserdem für Herbalife und verkauft dort spezielle Lebensmittel. Scheint recht gut zu laufen, wenn ich mir seine (ältere) S-Klasse so anschaue. Wenn ich alleine längere Zeit im Ausland bin, wundere ich mich immer wieder über mich selbst, wie “gut” ich eigentlich Englisch spreche. In Deutschland musste ich immer vorher erstmal die Vokabeln zurecht legen, wenn ich bei Verotel, ePassporte oder sonstwo in den USA anrufen musste. Mit der Zeit geht es eigentlich recht fix und mir fehlen nur manchmal gewisse Wörter.

Den heutigen Tag habe ich unter extremer Langeweile verbracht und ich bin froh daß der Tag wieder rum ist. Irgendwann ist die schöne Aussicht auf die ewigen Weiten des Ozeans einfach nurnoch lästig und man sehnt sich danach wieder Festland zu sehen.

Vorhin habe ich einen Vogel auf der Reling entdeckt, welcher scheinbar vom Festland aus aufs Schiff geflogen kam. Wie ein Seevogel sah er jedenfalls nicht aus. Hatte leider keine Kamera zur Hand. Da ich heute nicht wirklich viel unternommen habe, wars das nun auch schon wieder. Ich geh jetzt nochmal meine Lunge teeren und werde dann meinen überflüssigen Schönheitsschlaf halten

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Endlich auf der Fähre von Cádiz nach Las Palmas

Freitag, August 31st, 2007

Nachdem ich gegen 15 Uhr wieder zurück am Auto war, begannen 5 lange Stunden des wartens am Auto. Verladebeginn auf der Fähre war eigentlich für 16 Uhr angesetzt, doch daraus wurde nichts - dazu später mehr. Ich war zwischenzeitlich in der Hafencaféteria unmittelbar neben den Autowarteschlangen drin und habe mit Spaghetti Bolognese bestellt. Als diese dann nach 20 Minuten endlich kamen, stellte ich fest, daß diese nichtmal Lana fressen würde. Die Nudeln total verkocht, das Fleisch in der Sauce war undefinierbar und schmeckte mehr nach totem Fuchs als alles andere. Nachdem ich die unverschämten 8 Euro für diesen Fraß gezahlt hatte, ging ich gefrustet ans Auto und hoffte daß ich bald auf die Fähre fahren kann um bald etwas geniesbares zwischen die Zähne zu bekommen. Doch weit gefehlt: nach weiteren 1,5 Stunden in der prallen Sonne beschloss ich das Hafengelände kurz zu verlassen um nach einem Supermercado ausschau zu halten, der vielleicht irgendwo kurz zu Fuß erreichbar ist. Gefunden habe ich einen, aber die Spanier machen tagsüber lieber Siesta anstatt etwas zu arbeiten (Sie haben ja recht, aber es nervt wenn man es nicht kennt).
Also wieder zurück zum Auto. Die erste Kette vor einer der zahlreichen Autowarteschlangen ist gefallen und die ersten glücklichen konnten auf das Schiff. Ältere Autos erkannte man recht schnell als Kanarios, weil bis vor einigen Jahren die Autokennzeichen - wie in Deutschland auch - ein Stadtkürzel im Kennzeichen hatten. GC = Gran Canaria. Davon gab es recht viele.

Immer wenn eine Kette gefallen ist und die 15-20 Autos der Warteschlange weg waren, dauerte es eine halbe Ewigkeit bis es endlich weiter ging - wie gesagt, dazu später mehr *grins*. Zwischen den Reihen stiefelte andauernd ein Aufseher der Hafenbehörde entlang und hielt die wartenden - die spanisch sprachen - auf dem laufenden. Der Mann konnte aber kein Englisch und Deutsch habe ich mir direkt gespart. Endlich war meine Reihe dran. Ich startete voller Freude endlich meinen Motor und fuhr einige Meter, bis ein Mann in Zivil, welcher sich als einer von der Guardia Civil (Bundespolizei / Zoll) ausgewiesen hatte. Er fragte mich irgendwas in spanisch und entknotete danach seine Zunge wieder, während ich ihm klar machte, daß ich Kanacke bin und ihm ein freundliches “no comprende” entgegnete. Die Spanier sprechen dermaßen schnell, daß sie sich unmöglich selber untereinander verstehen können… aber gut, rein physikalisch können Bienen auch nicht fliegen und tun es trotzdem *g*. Jedenfalls war eines der folgenden Wörter “Douane” und “Control”, so daß ich endlich wusste was er von mir wollte.

Ich musste einige Meter um die Ecke fahren zu einer Garage in der ich nun kontrolliert werden sollte. Zuerst wollte der Beamte meinen Ausweis und die Fahrzeugpapiere sehen. Wusstet ihr eigentlich, daß es eine schlechte Idee ist, den Fahrzeugschein in der Sonnenblende zu deponieren wenn man ein Cabrio fährt? Richtig! Er ist spurlos verschwunden… ich werde Ihn daheim nochmal richtig suchen, weil ich mich dunkel erinnern kann, ihn in Andorra vor einigen Tagen bereit gehalten zu haben als ich die Grenze überquerte.

Jedenfalls hatte ich nur Ausweis, Internationale Versicherungskarte und die Vollmacht daß ich mein Auto benutzen darf (Aus Versicherungstechnischen Gründen läuft mein Auto auf Meli).
Zu meinem Erstaunen reichte das dem Beamten aus und ich durfte auf die Fähre fahren, nachdem ein Hund schwanzwedelnd nach Substanzen suchte, die ich zwar selten ganz gerne mal rauche aber nie dabei habe und erstrecht nicht im Auto deponiere *hrhr* (An meine Eltern: Das ist ein Scherz, sowas würde ich nie tun! An Dori: Bring was zu rauchen mit wenn Du da bist ^^).

Schließlich fuhr ich aus der Garage hinaus, nachdem ein Spanier vor mir die Garage verlassen hatte, welcher sich zuvor lautstark über die Kontrolle aufregte (Dieser Spanier wohnt auf GC und ist mein Kojen-Mitbewohner für die 36 Stunden überfahrt. Netter Kerl und kann sogar englisch).

Später stellte sich herraus, daß die Guardia Civil die ganze Zeit schon Kontrollen der Passagiere durchführte und sich deswegen das alles um mehrere Stunden verzögert hatte.

Nun habe ich gerade zu Abend gegessen. Der Andrang zur Schiffsküche war so enorm, daß ich eine halbe stunde warten musste, bis ich endlich an der Reihe war. Hätte ich vorher nichts gegessen wäre ich wohl Fensterkit nagen gegangen um dem Hungertod zu entfliehen *g*. Ich stand schließlich vor der Essensausgabe und habe voller Furcht in Erinnerung an heute Mittag wiedermal Spaghetti Bolognese bestellt. Unmittelbar danach knallte mir der Koch noch eine Art Kroketten auf einen anderen Teller, welche zwar so aussahen aber nicht aus Kartoffeln bestanden. Da ich während meiner Fahrt hier her bereits genug Essensexperimente gemacht hatte, habe ich beschlossen die Finger davon zu lassen und widmete mich meinen Nudeln die zum Glück sehr lecker waren. Dazu gabs einen gemischten Salat, welchen man sich - wie überall in Spanien - selber mit Essig und Öl anmachen musste. Aber damit kann man leben und man konnte ihn auch essen.

Momentan sitze ich in der Lounge, trinke mein Cerveza und rauche genüsslich eine Zigarette während ich diesen Text hier schreibe *prost!*.

Vom Schiff selber bekommt man recht viel mit. Es schaukelt in einer Tour und je nach dem wo man sich gerade befindet, ist der Schiffsmotor unüberhörbar und auch spürbar. Mein Navi sagt, wir fahren gerade mit 40km/h - keine Ahnung wieviele Knoten das sind, rechnet es aus *g*. An Board gibts einen kleinen Laden, welcher Zigarettenstangen verkauft (Marlboro 20 Euro, Gouloises 16,50 Euro und diverse andere Marken. Alle zu völlig unterschiedlichen Preisen. Dann gibts noch eine recht große Auswahl an Parfum, Süssigkeiten und sonstigen Kram (Souvenirs). Meinen Pullover habe ich gerad eben schon angezogen, als ich in der Koje war. Jetzt gehe ich mal nach draussen und schaue aufs Meer. Festland sehe ich schon lange keins mehr. Gute Nacht.

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In Cádiz

Freitag, August 31st, 2007

Im Fährhafen von Cádiz angekommen, habe ich gerade einen Marsch durch die Stadt hinter mir und habe zu mittag gegessen. Es gab Schweinefilet auf Kartoffelchips (kein Witz). Dazu ein Brötchen und ein Bierchen. Ich hab zwar in meinem Leben vor 4 noch nie Alkohol angerührt, aber es sieht mich ja niemand der mich kennt *hicks*. Nun bin ich wieder in den Hafen hinein und sitze in meinem Auto. Um mich herum ist komplett alles dicht mit anderen Autos, welche so nah aneinander stehen, daß die Kennzeichen sich berühren. Diese Art zu parken ist in Spanien normal. Auf meinem Weg zu Fuß durch die Stadt habe ich vorhin einen Spanier beim ausparken beobachtet… *brumm dock dock brumm dock* … bei uns in Deutschland wäre das ne Sache für die Polizei. Hier interessiert das vermutlich nicht mal den Besitzer des Autos.

Nun habe ich noch etwa 2 Stunden vor mir, die ich irgendwie hinter mich bringen muss. Dann habe ich den europäischen Kontinent erstmal für lange Zeit hinter mir gelassen und es heisst 36 Stunden auf der Fähre. Die Fähre selbst ist noch nicht da. Vermutlich liegt sie auch schon irgendwo im Hafen und kommt erst kurz vor dem Auslaufen an ihren eigentlichen Platz.

Die Stadt Cádiz ist sehr schön und die Leute hier sind scheinbar sehr ausgeglichen. Man sieht, wenn man dem Verkehr hier zuschaut, zwar chaotische Zustände, jedoch wird hier weder gehupt, noch sich in irgend einer Weise über irgendetwas aufgeregt. Die Spanier haben eben Ihre Manana-Mentalität (Manana = Morgen, Morgen wieder, heute nicht) und lassen sich diese auch nicht nehmen. So lebe ich eigentlich schon immer *lach*, scheinbar ist das wohl genau das richtige Land für mich :-)

Nun gehe ich mal in die Caféteria hier im Hafen und werde einen Kaffee trinken. Mal sehen wie es dort ist.

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